Sprung ins Ungewisse

Nur noch zwei winzige Schritte, dann hatte sie die Klippe erreicht. Die Hände auf die Knie gestützt, rang Jolanda um Luft. Mit den Augen fixierte sie den kleinen Baum, der wie ein Wegweiser über ihr thronte. Seine weißen Blüten verströmten einen betörenden Duft.

Was tat sie hier? Warum war sie nicht unten an der Strandbar geblieben? Zu ihren Füßen lagen die zerklüfteten Felsen, die sie mühevoll hinaufgestiegen war. Bloß nicht zurückschauen!

Am Horizont küsste die Sonne das Meer. Ihr blieb nicht viel Zeit. Sollte sie es wirklich tun? Was hatte sie nur hierher gezogen? Bis zum Hals schlug ihr Herz. 

Nun war es nur noch ein einziger Schritt. Und dann? Was erwartete sie? Würde dieser eine Schritt ihr bisheriges Leben komplett auf den Kopf stellen, oder würde sie einer der Felsvorsprünge womöglich ihr Leben kosten? Mit zittrigen Knien betrat Jolanda das schmale Plateau und blieb wie gefesselt stehen. Der Ausblick war schier überwältigend. Regungslos betrachtete sie die sich kräuselnden Wellen. Die Gischt spritzte meterhoch. Sanft wogen sich die Zweige des Bäumchen zu ihrer Linken im Wind. Warum war sie nicht schon viel früher hinaufgestiegen, hatte den Nachmittag hier oben verweilt, noch einmal alles in Ruhe überdacht? 

In der Ferne tauchte die Sonne das Meer bereits in ein tiefes Rot. Sie musste es tun, jetzt, ehe es zu spät sein würde! Jolanda nahm einen tiefen Atemzug und schloss die Augen. Ihr Schrei erfüllte den Abendhimmel.

Ein Kokon voller Sterne

Sanft haucht der Wind den Blättern Leben ein

Es rauscht und raschelt um mich herum, 

während die Vögel ihr Abendlied anstimmen

Ein Hauch von Cannabis 

weht zu mir herüber und

windet sich meine Nasenwände empor

Zu meinen Füßen knistern die Grashalme

Aus der Ferne ertönt ein Song,

wird vom Wind herübergetragen und

schlängelt sich in meinen Gehörgang

Ich denke an dich und

schließe die Augen,

spüre die Wärme im Gesicht –

so wie ich dich spüre,

selbst wenn du weit weg bist

Fern, und mir doch so nah

Wenn es ganz still wird,

höre ich deine Stimme,

sehe dein verschmitztes Lächeln,

das so viel Wärme ausstrahlt

wie es sonst nur die Sonne kann

Der Wind ebbt ab

Die Amsel im Baum über mir verstummt

Dunkelheit legt sich über die Stadt

In der Ferne stimmt eine Nachtigall 

ihren Gesang an

Am Firmament zeichnen sich die ersten Sterne ab

Ich hebe den Kopf und sehe dich,

wie du mit ihnen um die Wette funkelst

Fast schon gülden strahlst du

als einer der hellsten von ihnen

Lang ist’s her,

dass wir uns von Angesicht zu Angesicht gegenüber standen,

doch war Zeit für uns ohnehin nur ein Konstrukt,

lebten wir in einer Art Kokon,

wenn wir uns trafen.

Bis wir uns wiedersehen,

blicke ich in die Sterne und 

sehe dich,

wie du mit ihnen um die Wette

funkelst und strahlst

Über allen Himmeln du

Rosa und gelbe Blüten tränken den strahlend blauen Himmel. Laut jault ein Motorrad auf, als die Ampel auf Grün umschlägt. Flink huscht ein Eichhörnchen vor dem Kickstart über die blütenübersäte Straße. Farbenprächtig und sonnendurchtränkt.

Mit den Augen wandere ich die Allee auf und ab.

„Ihr Kaffee, schwarz wie die Nacht.“ Der Kellner grinst mich an, bevor er wieder von dannen zieht. Kinder strampeln juchzend an mir vorbei. Eines von ihnen streift mit dem Lenker den kleinen Bistrotisch. Heiß und dunkel ergießt sich der Tasseninhalt über die hölzerne Platte, bahnt sich seinen Weg zur Tischkante und tropft langsam und schmerzvoll auf meinen linken Oberschenkel. Ich beiße die Zähne zusammen, blicke in den blauen Himmel. Verschwommen zeichnet er sich ab, sehe ich doch nur dich.

„O je, was ist denn hier passiert? So freundlich wie noch vor wenigen Minuten schaut der Kellner nun nicht mehr aus. Hektisch entfernt er sich, vermutlich um die polierte Platte so schnell wie möglich vor hässlichen Flecken zu bewahren.

Über meinem Kopf zwitschert eine Amsel. Der Duft von Jasmin streift meine Nasenflügel. Ein Hupkonzert bricht aus, als das rote Auto an der Ampel nicht rechtzeitig losfährt. Vor mir stehen eine dampfende Tasse Kaffee und ein lächelnder Kellner. Die Tischplatte glänzt, als wäre das alles nicht passiert.

Wasserlauf

Von den ersten Sonnenstrahlen geweckt, waberten mir kürzlich unendlich viele Fragen durch den Kopf.

Warum eigentlich strebt Mensch ständig danach, alles unter Kontrolle haben zu wollen?

Ist das nicht eine Illusion?

Warum können wir nicht einfach SEIN, so wie es unsere eigentliche, unsere wahre Bestimmung ist, und uns dem Leben hingeben?

Warum fällt es vielen von uns schwer, etwas los- oder gehen zu lassen?

Warum fürchten wir uns davor, die Kontrolle zu verlieren, so wie es Maxim in „Meine Soldaten“ singt? Ist es dann wirklich so, wie es in dem Lied heißt, dass plötzlich alle Emotionen an die Oberfläche drängen, die wir schon so lange wegdrücken? Oder fühlt sich das Leben danach gar leichter an?

„Wenn ich merke, dass mir die Kontrolle entgleitet, versuche ich rauszufinden, was sich hinter meiner Panik verbirgt. Ich frag mich dann, was – ganz realistisch gesehen – das Schlimmste wäre, das passieren könnte. Und dann lass ich los und gebe mich dem Leben hin“, sagte einst eine gute Freundin.

Was also könnte im schlimmsten Falle passieren, wenn wir uns beispielsweise in einer fremden Stadt verlaufen oder in den falschen Zug steigen? Vielleicht landen wir an einem Ort, der uns viel besser gefällt als das ursprünglich geplante Ziel. Was aber, wenn wir fortan nur noch sagten, was wir wirklich denken, oder wir unserem Herzmenschen unsere wahren Gefühle gestehen würden? Auf jede Aktion folgt eine Reaktion, aber … Das, was andere über uns denken, haben wir ohnehin nicht in der Hand. Warum also stressen wir uns so, alles im Griff haben zu wollen?

Passend zu meinen Fragen las ich wenig später einen Artikel über das positive Denken und wie wir für (inneren) Frieden sorgen können, indem wir aufhören, das Gegenüber und vor allem uns selbst zu bekämpfen. Positives Denken gründe auf Optimismus und Zuversicht, hieß es dort. Es zeichne sich dadurch aus, darauf zu vertrauen, dass man das Gewünschte erreichen wird, es einfach geschieht – ohne dass man krampfhaft versucht, es herbeizuführen. Sofort fielen mir Floskeln wie „Think positive!“ oder „Don’t worry, be happy!“ ein. Vor meinem geistigen Auge tanzte Bobby McFerrin.

Hatte ich das nicht schon einmal geschafft? Was hat mich davon abgebracht? Ich nahm mir also vor, die Vorstellung, wie das Leben zu funktionieren hat, loszulassen und mich nach längerer Zeit mal wieder seinem Fluss hinzugeben. Denn was konnte schlimmstenfalls passieren? Nichts! Ich selbst wurde ruhiger, während sich in meinem Außen die Ereignisse überschlugen, die ich zuvor so lange herbeigesehnt hatte. Mittlerweile kann ich sehen und verstehen, wohin mich mein Weg führt, und warum ich so lange darauf warten musste. 

Und schließlich lief mir dieser wunderschöne Spruch über den Weg: ‚Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne.‘ Klingt irgendwie schöner als ‚In der Ruhe liegt die Kraft’, oder? 

Aus genau diesem Grund möchte ich alle, die vielleicht noch des Öfteren hadern, ebenfalls dazu ermutigen, einfach mal loszulassen und sich dem Fluss hinzugeben, wohin auch immer er euch tragen mag. Denn was kann schon passieren?

Corona Blues

Dunkle Wolken ziehen am Horizont auf

Dicke Tropfen fallen

Das Grau des Himmels überzieht die Stadt

Taucht sie in einen nebeligen Schleier,

dem keiner der Bewohner zu entkommen vermag

Bleierne Schwere legt sich über die Dachziegel

Eisige Kälte bricht herein

Risse durchziehen die Fassaden

Lassen sie auseinanderklaffen

Trennung und Spaltung

Doch dann, eines Tages

Trägt ein Vogel einen Halm im Schnabel

Legt ihn nieder

Und baut ein Nest

Die Risse werden gefüllt von Leben,

durch die die Sonne bricht

Die Räume erstrahlen im Sonnenlicht

Doch warum ihre Bewohner nicht?

Tipps für ein erfülltes Neues Jahr

Wie Du 2020 zu Deinem ganz persönlichen Glücksjahr machst

„Ich mache drei Kreuze, wenn dieses Jahr endlich vorbei ist“, sagte kürzlich eine Bekannte, und ich fragte mich, was passieren muss, um ein komplettes Jahr so sehr zu verfluchen. Mir ist bewusst, dass eine schwere Krankheit, der Verlust des Jobs oder eines geliebten Menschen jemanden in eine tiefe Krise stürzen können, doch geraten dadurch jene kleinen Momente, die das Leben eigentlich ausmachen, automatisch in Vergessenheit? Wie ist es überhaupt möglich, die Geschehnisse der vergangenen 12 Monate in nur einem Satz zusammenzufassen?

Nachdem mich das Hamsterrad im Herbst 2018 zum Stolpern brachte, hätte ich Ähnliches äußern können, doch sah ich es  zunehmend als Chance an, mein Leben fortan viel bewusster zu gestalten und dadurch mehr auf mich zu achten. Ich probierte unterschiedliche Methoden aus, die mich auf meinem Weg unterstützen sollten. Die nachfolgenden sechs wurden für mich zu den Essentiellen. Sie ermöglichten mir, mein Leben ganz bewusst in die Hand zu nehmen, es so zu gestalten, dass ich nun von einem erfüllten Jahr 2019 sprechen kann, in dem ich vieles ausprobierte, von dem ich zuvor nur träumen konnte. Was mir half, kann möglicherweise auch dir dazu dienen, das kommende Jahr zu deinem ganz persönlichen Glücksjahr zu machen. Ich wünsche Dir ein absolut wunderbares Jahr 2020 voller schöner Momente und inspirierender Menschen!

  • Lebe im Jetzt

Koste jeden Moment aus! Egal ob du dich gerade in der Schlange an der Supermarktkasse, im Stau oder in einem anregenden Gespräch mit einem lieben Menschen befindest, genieße den Moment! Erfreue dich entweder an den Minuten der Stille oder auch den herzlichen Worte, die du soeben geschenkt bekommst. Wenn du liest, konzentriere dich auf das Geschriebene und versuche, deine Gedanken nicht abschweifen zu lassen. Überlege dir genau, womit und vor allem, mit wem du deine wertvolle Zeit verbringen möchtest. Lass dich nicht vom Fernsehen berieseln. Erkunde deine Umgebung, triff Freunde, genieße stille Momente, in denen du zu dir finden kannst! Umgib dich mit Menschen, die dich inspirieren. Mach jeden Augenblick zu einem ganz speziellen in deinem Leben!

  • Führe ein (Bullet) Journal

In einem Leben, das mitunter einem Hamsterrad gleicht, mag es einem schwierig vorkommen, einige Minuten zum Reflektieren zu finden. Doch jeder hat irgendwann am Tag mindestens fünf oder zehn Minuten übrig, um sich darüber bewusst zu werden, ob man sich noch auf dem Weg befindet, den man gern beschreiten möchte. Nutze die besinnlichen Tage vor dem Jahreswechsel, um dir deine größten Wünsche aber auch Ängste zu notieren. Mach es dir mit einer Tasse Tee oder Kaffee gemütlich und werde dir  darüber bewusst, was dich bisher vielleicht noch von deinem großen Ziel abgehalten hat, welche Sorgen und Ängste dich bislang blockierten. Was möchtest du bis Ende Januar erreicht haben, wo siehst du dich im Sommer und was wäre für dich das Größte, das du am Ende des Jahres 2020 erreicht haben möchtest? Fertige eine Collage an und platziere sie dort, wo sie dir täglich ins Auge fällt. Jedes Mal, wenn du ein Bild, einen Artikel o. Ä. entdeckst, der dich inspiriert für deinen weiteren Weg, füge ihn hinzu. Speichere deine Lieblingsbilder bei Instagram und sieh sie dir regelmäßig an. Das sorgt einerseits für gute Laune und erinnert dich andererseits immer wieder daran, wie du dir dein Leben in deinen kühnsten Träumen vorstellst. Think big!

  • Führe ein Dankbarkeitstagebuch

Schreibe am Ende eines jeden Tages (für besonders Gestresste einmal pro Woche) mindestens drei Dinge auf, für die du besonders dankbar bist. Was hast du an diesem Tag erlebt, wem bist du begegnet, an welcher Herausforderung bist du gewachsen? Solltest du feststellen, dass sich bestimmte Dinge regelmäßig wiederholen, gehe weiter ins Detail. Überlege, wie sich diese eine Sache über die Zeit verändert hat, wie du dich oder deine Gedanken sich möglicherweise gewandelt haben. Nimm dieses Tagebuch regelmäßig, insbesondere am Ende des Jahres, zur Hand und stöbere darin. Erfreue dich an den vielen wunderbaren Dingen, die dir widerfahren und für die du so dankbar warst und bist.

  • Sorge gut für Dich und Deinen Körper

Sport ist immer gut. Insbesondere Yoga, aber auch kleinere Spaziergänge in der Natur können helfen, im stressigen Alltag dem Körper wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Yin Yoga und Yoga Nidra sind wunderbare Möglichkeiten, in sich hineinzuhören. Spezielle Atemübungen tragen dazu bei, das Gedankenkarussell für einen Moment zum Stillstand zu bringen. Es geht aber auch weniger aktiv, z.B. mithilfe von Massagen. Egal ob durch den Partner oder in einem Spa, tragen Berührungen nachweislich zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens bei und helfen dir so, gut für dich zu sorgen und gesund zu bleiben. Gönne dir regelmäßige Auszeiten ganz für dich.

  • Übe Focusing

Ähnlich wie beim Yoga oder der Meditation geht es beim Focusing um das Hören auf die Signale deines Körpers. Egal, ob du deiner Wut, Trauer oder Angst auf den Grund gehen möchtest oder dir deinen Wünschen und Zielen bewusst werden und Blockaden lösen willst, ist Focusing eine perfekte Methode, auf die innere Stimme zu hören. Was passiert in meinem Körper in einer bestimmten Situation oder Begegnung? Wie fühlt es sich an? Wo schmerzt es? Warum ist das so? Baue ein gutes Verhältnis zu deinem Körper auf, begrüße den so genannten Felt Sense und biete ihm ein offenes Ohr. Allein durch das Hineinhören wirst du eine Veränderung auf sämtlichen Ebenen deines Lebens wahrnehmen.

  • Sei kreativ!

Hier geht es nicht darum, ob du dich für besonders begabt hältst. Nimm Stift oder Pinsel und Farbe zur Hand und tobe dich aus! Werde zum (Hobby-) Schriftsteller, in dem du Passagen aus deinem eigenen Leben in Geschichten verpackst oder zum Künstler, der die verrücktesten Kreationen erschafft. Denk immer daran, Grenzen existieren nur in deinem Kopf. Lass es fließen! Ein befreundeter Heilpraktiker sagte kürzlich, dass in den vielen Gesprächen, die er mit Burnout-Patienten führte, sehr häufig die Unterdrückung der eigenen Kreativität genannt wurde. Also, tobe dich auf dem Papier aus! Erlebe den Flow-Moment, in dem du vollkommen in dieser einen Tätigkeit aufgehst und alles Andere um dich herum vergisst. 

Nutze das kommende Jahr, um gut für dich zu sorgen. Gönne dir die Zeit herauszufinden, wofür dein Herz schlägt und folge deinem ganz eigenen Weg. So machst du 2020 zu deinem ganz persönlichen Glücksjahr voller schöner Momente. Je besser du weißt, was du dir für dein Leben wünschst, desto mehr Menschen und Gelegenheiten wirst du anziehen, die dich bestärken und auf deinem individuellen Weg begleiten. 

Möchtest du mehr über Journaling, Focusing erfahren oder dich kreativ austoben? Dann ist das Retreat, das ich zurzeit für Frühjahr 2020 plane, sicherlich etwas für dich. Bei Interesse, schau regelmäßig auf dieser Seite oder in meinem Instagram-Account für Neuigkeiten vorbei oder sende mir eine Nachricht. Ich freue mich darauf, dich und deine ganz persönliche Geschichte kennen zu lernen.